Sommertheater des VfR Burggrumbach im Zeichen der Flüchtlingshilfe

Am 18. und 19. Juni hieß es zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren wieder „Vorhang auf“ auf der Theaterbühne des VfR Burggrumbach. Nachdem unsere Theatergruppe Corona-bedingt die letzten beiden Spielzeiten im November pausieren musste, organsierte das Team um Spielleiter Manfred Drazkiewicz zum ersten Mal ein Sommertheater. Doch in der Corona-Pause hatte sich einiges geändert. Zum Einen standen mit Dorothea Saal und Karina Hensel gleich zwei vielversprechende Neulinge auf unserer Bühne. Zusätzlich kehrten Birgitt Ziegler, Eva-Maria Lier, Hannah Studtrucker und Manfred Drazkiewicz nach einer mehr oder weniger langen Pause ins Scheinwerferlicht zurück. Zur Freude der Schauspieler kam dieses Scheinwerferlicht nicht länger aus der alten stark Wärme-abstrahlenden Beleuchtung, sondern aus den neuen LED-Strahlern. Diese wurden in Absprache mit der Vorstandschaft im Rahmen eines Förderprojekts der kommunalen „Allianz Würzburger Norden“  angeschafft. Die neuen LED-Strahler sind nicht nur energiesparsam und weniger wärmend, sondern bieten auch eine große Palette an verschiedenen Farben, welche für Effekte auf der Bühne verwendet werden können. Neben den Strahlern wurde auch zum ersten Mal die neuen Bühnenkonstruktion eingesetzt, welche den Auf- und Abbau erleichtern soll.

 

Das Sommertheater hielt, was es versprach. Denn es gab auf der Bühne nicht nur drei Theaterstücke, sondern auch in- und außerhalb der Halle sommerliche Temperaturen. Hierbei gilt es Danke an das Thekenpersonal und die Bedienungen zu sagen, welche die Zuschauer mit kühlenden Getränken versorgten. Dieser Dank gilt auch Siggi Roos und Thomas Studtrucker, die am Samstagabend passend zum Theater-Thema „Beziehungen“ ein Hochzeitsessen zubereiteten, welches trotz der hohen Temperaturen guten Anklang fand. 

 

Für die musikalische Unterhaltung vor und zwischen den Stücken sorgte eine siebenköpfige Abordnung des Symphonischen Blasorchester Unterpleichfeld unter der Leitung von Andreas Kleinhenz.

 

Beide Abende wurden von Spielleiter Manfred Drazkiewicz eröffnet, welcher als Hochzeitslader durch das Programm führte. Als eben dieser Hochzeitslader war der Chef auch im ersten Stück beteiligt. Dabei sollte eine Bauerstochter mit dem schüchternen Nachbar-Landwirt verkuppelt werden.  Allerdings sorgten einige ungeklärte bzw. vergessene Besitzansprüche und Meinungsverschiedenheiten für Hindernisse. Doch nachdem der angedachte Bräutigam nur knapp dem Tod entkam, konnten alle Unstimmigkeiten beseitigt werden und der Hochzeit stand nichts mehr im Wege.

    

Im zweiten Stück kehrte die Tochter des Hauses nach ihrem Studium in einer fernen Stadt zurück nach Hause. An ihrem Geburtstag wollte sie ihren Eltern ihren Freund – einen Doktor – vorstellen. Allerdings plante der Vater am selben Tag eine alte Kommode an einen Professor vom Mainfränkischen Museum zu verkaufen. Und so kam es zum lustigen Verwechslungsspiel zwischen der Tochter und der alten Kommode, sowie zwischen dem schrägen Professor und dem neuen Doktor-Freund. Nach einigem hin und her konnten alle Verwirrungen beseitigt werden und der Professor erhielt seine Kommode und der Doktor seine Freundin.

 

Das letzten Stück des Abends handelte von einer Geburt und der damit verbundenen Prophezeiung. Diese sagt dem Ehepaar voraus, dass bei der Geburt einer Tochter die Mutter sterbe und im Falle eines Sohnes der Vater. Dies versetzte den werdenden Vater in helle Aufregung. Als der Freund des Hauses zu Besuch kam und von der Prophezeiung erfuhr, fürchtete sich plötzlich auch dieser vor der Geburt eines Sohnes. Die Verzweiflung der beiden spitzte sich immer weiter zu. Nachdem die Hebamme und die Schwester der Mutter die Geburt eines Sohnes verkündeten brach plötzlich unter lautem Gelächter des Publikums der Postbote, der gerade auf eine Unterschrift wartete, zusammen.

 

Damit endeten die beiden Theaterabende. Sie sorgten nicht nur für große Erheiterung beim Publikum, sondern auch für etwas Gutes. Im Vorfeld wurde angekündigt, dass ein Teil der Einnahmen des Abends an die 51 ukrainischen Geflohenen in der Gemeinde gespendet werden soll. Insgesamt konnte an beiden Abenden eine Spendensumme von 1265 € gesammelt werden, welche am 10. Juli in der Burggrumbacher Burg übergeben wurden.

Mitwirkende:

"Auf Brautschau": Reinhard Schraud, Karina Hensel, Hannah Studtrucker, Doro Saal, Sebastian Eichhorn und Peter Sachse.

"Heiratslustig": Alfred Stühler, Erika Stühler, Eva-Maria Lier, Birgitt Ziegler und Marco Apfelbacher.

"Die Prophezeiung": Florian Schraut, Katharina Roth, Marvin Studtrucker, Rosi Wagner-Hemm und Christian Lohmann.

Spielleitung: Manfred Drazkiewicz, Maria Freudinger und Carolin Hoveling

 

Bild ganz oben: Szene aus dem Stück „Heiratslustig“

Bild am Ende: Spendenübergabe in der Grumbach Burg

– Fotos: Rainer Weis


Theatergruppe spendet an Flüchtlinge aus der Ukraine

01.08.2022 - Foto: Rainer Weis. 

Spende an Flüchtlinge aus der Ukraine: Edith Sachse (vorne Vierte von links) und Spielleiter Manfred Drazkiewicz (vorne Sechster von links) übergaben die Kuverts.

Die Theatergruppe im VfR Burggrumbach hat Mitte Juni an zwei Spieltagen je eine Theateraufführung gegeben. Spielleiter Manfred Drazkiewicz hat damals angekündigt, die Hälfte des Eintritts an die Ukraine-Flüchtlinge zu spenden. Auch die Initiative „Wir für Vielfalt“ um die Burggrumbacherin Edith Sachse sammelten im Frühjahr bei drei Saat-und Pflanzenbörsen Geld für die Ukrainehilfe. 1000 Euro wurden bei diesen Veranstaltungen gespendet. Zusammen mit der Spende der Theatergruppe des VfR wurden laut deren Pressemitteilung 2265 Euro an 51 ukrainische Flüchtlinge, die zurzeit in der Gemeinde Unterpleichfeld wohnen, übergeben. Da die wenigsten deutsch sprechen, war zu der Veranstaltung Inga Behrendt als Dolmetscherin gekommen.

 

Zweiter Bürgermeister Winfried Schraut lobte die direkte Hilfeleistung. Er bemerkte zudem, dass es schon erstaunlich sei, wie selbstverständlich die Unterpleichfelder die Ukrainer aufgenommen hätten und andererseits, wie gut die Ukrainer Unterpleichfeld als ihre zweite Heimat angenommen hätten. Eine Ukrainerin bedankte sich sichtlich bewegt bei Spendern und betonte, dass sie sehr gerne in der Gemeinde Unterpleichfeld seien, aber ihre Heimat sei die Ukraine und dorthin wollten sie wieder zurück.    

 

Bei einem anschließenden kleinen Kaffee-Plausch, den die Betreuergruppe organisiert hatte, erzählten die Ukrainer von ihrer Flucht und wie es im Einzelnen zugegangen sei bis sie in Unterpleichfeld angekommen sind. Eine Frau war erst kurz zuvor aus Cherson in der Ostukraine in die Gemeinde  gekommen und war noch ganz aufgewühlt. Mit Tränen in den Augen habe sie von den Ereignissen in ihrer zerstörten Heimat erzählt, endet die Mitteilung.  

Mainpostartikel vom 01.08.2022 bearbeitet von Andreas Köster